Suchmaschinen - & SEO-Blog
SEO-Stammtisch Bonn
Der erste Donnerstag des Monats war dieses Jahr leider durch den Tag der Arbeit belegt, deswegen findet der monatliche Bonner SEO-Stammtisch genau eine Woche später, am 08.05., statt. Je nachdem, wie sich das Wetter entwickelt, können wir dieses mal vielleicht schon draußen sitzen – wird sich aber vermutlich kurzfristig entscheiden. Alle, die Interesse haben, schicken mir bitte wieder eine E-Mail, dann gibt es nähere Informationen zum Wo und Wann.Interview mit deutschem Search Quality Team
Ich hatte die Gelegenheit, dem deutschen Search Quality Team einige Fragen zu SEO-Themen zu stellen. Eigentlich kein Fan von Interviews (dieses ist seit Start dieses Blogs vor über fünf Jahren auch das Erste), hoffe ich, einige interessante und häufig diskutierte Punkte angesprochen zu haben.SISTRIX: Google geht seit einigen Monaten gegen bezahlte Links vor. Seit Oktober wird der angezeigte PageRank von erkannten Linkverkäufern herabgesetzt, was empfiehlt Google Betreibern dieser Seiten?
Google: Natürlich gehen wir nur gegen bezahlte Links vor, die PageRank vererben (siehe unseren Blogpost zum Thema). Wir bitten alle Webmaster, daran zu denken, dass der PageRank ein Statement von Google ist, mit dem wir zeigen, wie sehr wir ihren Websites vertrauen und dass wir uns auf Links verlassen, die von dort kommen. Es wäre schade, wenn dieses Vertrauen missbraucht würde. Usern und Suchmaschinen gegenüber fair wäre es, bezahlte Links auch als solche zu kennzeichnen und mit dem nofollow-Attribut zu versehen.Ist damit zu rechnen, dass der Verkauf von Links neben der Herabsetzung des PageRanks noch weitere Folgen für die Verkäufer haben wird?
Falls Webmaster glauben, dass ihre Website die Richtlinien für Webmaster verletzt hat, empfehle ich die Google Webmaster Tools - in manchen Fällen finden sich dort mehr Informationen. Auf alle Fälle sollten sie dafür sorgen, dass ihre Websites die Richtlinien nicht mehr verletzen, und dann einen Antrag auf erneute Überprüfung stellen.
Auch wenn wir uns zu zukünftigen Maßnahmen und Plänen grundsätzlich nicht äußern, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es nicht nur bei der Herabsetzung des PageRanks bleiben wird, um den Verkauf von Links zu unterbinden.Seit Anfang dieses Jahres scheint Google auch gegen die Käufer von Links vorzugehen. Dies geschieht allerdings unter weit weniger Pressegetöse als der Schritt gegen die Verkäufer. Hat Google hier Bedenken, dass der Kauf von Links zum Nachteil der Konkurrenz benutzt werden könnte?
Wir glauben, dass diese "negative SEO" nicht nur unethisch ist, sondern sich auf lange Sicht auch nicht lohnt. Wir werden zukünftig auch weiter gegen Linkverkäufer vorgehen.Es gibt ja einige Themen, bei denen die üblichen Tipps zum Linkaufbau (guten Content, tolle Seite, etc.) nicht funktionieren, was empfiehlt Google dort als Alterative zum Linkkauf?
Wir empfehlen allen Webmastern, eine Nische für ihre Website zu suchen. Zum Beispiel könnte sie regionalisiert oder spezialisiert werden. Sie sollten sich fragen: "Was ist der einzigartige Nutzen, den meine Seite bietet?", und dabei nicht nur auf die SEO-Karte setzen - es gibt sehr viele Wege, eine Seite zu promoten: Pressearbeit, Offline-Anzeigen, Newsletter... Wichtig ist vor allem, in der entsprechenden Community aktiv zu sein, etwa über das Posting von Kommentaren in themenrelevanten Foren und Blogs. Und nicht zuletzt könnten es Webmaster natürlich auch mit AdWords versuchen.Wie bewertet Google "Gewinnspiele", bei denen auf eine Domain verlinkt werden soll, wie sieht es mit "Blogparaden" aus, bei denen jeder zu einem Thema etwas schreibt und sich nachher alle untereinander verlinken?
Ein Link sollte ein Statement sein, mit dem ein Webmaster zeigt, dass er einer Seite vertraut und sie für nützlich hält (siehe diesen Artikel in der Webmaster-Hilfe). Die genannten Methoden funktionieren vielleicht kurzfristig, sollten aber nicht Teil einer langfristigen Linkaufbau-Strategie sein.Nun zu einigen Fragen, die Onpage-Themen betreffen. In der SEO-Szene gibt es Meinungsverschiedenheiten, was die Nutzung des Nofollow-Tags für die Gewichtung der internen Verlinkung einer Seite angeht. Die eine Seite sagt, dass dies ein probates Mittel darstelle, die andere hält dagegen, dass man Suchmaschinen nicht signalisieren dürfe, dass interne Seiten „unwichtig" seien. Wie sieht Google das?
Matt Cutts hat einmal gesagt, dass man damit zwar das Google-Ranking beeinflussen kann, es aber ein Effekt zweiter Ordnung ist, so als ob man überlegt, wie man sein Geld am besten ausgibt, anstatt zu überlegen, wie man mehr Geld verdient.Mit der zunehmenden Nutzung von Schlagworten/Tags stellt sich die Frage, ob man den Googlebot diese in den Index aufnehmen lassen solle oder dies besser unterbindet, was empfiehlt Google?
Wenn zum Beispiel eine Tag Cloud einen sinnvollen Weg darstellt, Inhalte zu erreichen, ohne dass dabei zu viel doppelter Content entsteht, kann es nützlich sein, sie indexieren zu lassen. Wenn sie aber nur für die User-Interaktion auf der Website sinnvoll ist, sollten Webmaster sie eher nicht indexieren lassen.Duplicate-Content scheint gerade bei größeren, umfangreichen Webseiten häufig ein Problem zu sein. Wie stark können doppelte Inhalte einer Seite schaden?
Im Allgemeinen filtert Google doppelte Inhalte sehr gut und zeigt nur die relevante Version an. Wenn auf einer Domain doppelte Inhalte zu finden sind, ist in der Regel das "Schlimmste", was passieren kann, dass nur eine Version in den Suchergebnissen auftaucht. Nur wenn eine sehr große Anzahl doppelter URLs erzeugt wurde, kann das unsere Crawler "verwirren". Über die robots.txt-Datei lässt sich dem Googlebot klar mitteilen, welche Version indexiert werden soll. Mehr zu diesem Thema finden Webmaster in unseren Blogposts zum Thema Duplicate Content.Artikel werden häufig auf viele Seiten verteilt, um Kennzahlen wie Page-Impressions zu verbessern. Wie sieht Google dies, ist es sinnvoller, zusammenhängenden Content möglichst unter einer URL verfügbar zu machen oder stellt diese Aufteilung kein Problem dar?
Das dürfte für das Ranking keinen Unterschied machen. Als Nutzer finde ich es allerdings persönlich ärgerlich, wenn ich mich zu sehr durch Artikel durchklicken muss. Wenn ein User über eine Suchmaschine einen Artikel findet, der ihn interessiert, und er dann in der Mitte eines Artikels landet, will er sich wahrscheinlich nicht erst bis zum Anfang durchklicken. Meine Empfehlung wäre, mit verschiedenen Lösungen zu experimentieren und dann zu schauen, wie sich das auf die Zahl der Leser auswirkt.Und zum Abschluss noch ein kleiner Ausblick in die Zukunft. Welche Themengebiete und Aufgaben seht ihr für die Zukunft, in welche Richtung geht die Entwicklung im Suchmarkt?
Es ist natürlich immer schwer, allgemeine Voraussagen zu machen. Ich persönlich denke, dass die Universal Search und die mobile Suche auch in Deutschland an Bedeutung gewinnen werden. Für das Search Quality Team kann ich sagen, dass wir weiter nach Möglichkeiten suchen, die Suchqualität für unsere Nutzer zu verbessern. Außerdem haben wir ein paar Ideen, wie wir die Kommunikation mit Webmastern weiter verbessern können.Vielen Dank für das Interview. Ich kann Lesern noch die Mitgliedschaft in den Google Diskussionsforum für Webmaster und das deutschsprachige Google Webmasterblog empfehlen.
IndexWatch 04/2008
Vor einigen Monaten hatte ich mal ein Tabelle mit den Domains hier gebloggt, die nach unseren Daten am präsentesten im deutschsprachigen Googleindex waren. In den Kommentaren zu dem Beitrag sowie per E-Mail kam danach die Bitte, dieses doch in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Da absolute Werte für den Verlauf nicht so interessant sind, werde ich zukünftig jeweils am Ende eines Monats die fünfzehn Domains auflisten, von denen ich glaube, dass sie im vergangenen Monat besonders gut oder schlecht im Googleindex abgeschnitten haben. Als Vergleichszeitpunkt wird die jeweils letzte Woche des vorherigen Monats herangezogen und die prozentualen Veränderungen zu der damaligen Sichtbarkeit berechnet. Die Daten basieren auf den ersten 100 Treffern einer sechsstelligen Zahl bunt gemischter und repräsentativer, deutschsprachiger Keywords.Gewinner
| # | Domain | Veränderung |
|---|---|---|
| 1 | wlw.at | +292,45% |
| 2 | ancestry.com | +241,55% |
| 3 | magnus.de | +209,09% |
| 4 | conrad.de | +154,46% |
| 5 | seekport.de | +110,14% |
| 6 | t-online.de | +104,20% |
| 7 | google.com | +104,05% |
| 8 | urlaub-im-web.de | +98,11% |
| 9 | preisvergleich.org | +95,56% |
| 10 | isos.at | +86,15% |
| 11 | motor-talk.de | +84,35% |
| 12 | branchen-info.net | +83,60% |
| 13 | wissen.de | +73,99% |
| 14 | megaflieger.de | +72,24% |
| 15 | ricardo.ch | +71,79% |
Zu den Gewinnern im April gehört ganz klar der Österreichableger von Wer-liefert-was, wlw.at. ancestry.com konnte davon profitieren, dass rootsweb.com auf diese neue Domain umgezogen ist. Conrad hat eine recht schöne und erfolgreiche, neue Optimierung hingelegt und t-online.de scheint sich langsam vom Relaunch zu erholen.
Verlierer
| # | Domain | Veränderung |
|---|---|---|
| 1 | semager.de | -99,56% |
| 2 | dnsdojo.com | -98,77% |
| 3 | nextag.de | -89,07% |
| 4 | rootsweb.com | -87,28% |
| 5 | itsbetter.de | -84,95% |
| 6 | meta-preisvergleich.de | -84,71% |
| 7 | boardreader.com | -80,46% |
| 8 | technorati.com | -80,19% |
| 9 | preistrend.de | -79,40% |
| 10 | trojaner-board.de | -78,24% |
| 11 | local24.de | -73,58% |
| 12 | quantcast.com | -67,96% |
| 13 | meinestadt.de | -63,85% |
| 14 | dastelefonbuch.de | -51,66% |
| 15 | kino.de | -46,37% |
Mit semager.de und Technorati gehören zwei Seiten, die von der Indexierung ihrer Suchergebnisse beziehungsweise Tagseiten stark profitiert haben zu den klaren Verlierern. Auch sind mit TexTag, Meta-Preisvergleich.de und Preistrend.de überdurchschnittliche viele Preisvergleiche betroffen. Dastelefonbuch.de hat einen Großteil seiner Rankings wieder an telefonbuch.de abgegeben und verliert deshalb.
Monokultur
Ein Beitrag in den Google-Webmaster-Groups hat mich erneut dazu veranlasst, darüber nachzudenken, wie gefährlich eine extrem einseitige Ausrichtung der Einkommensquellen sein kann. In diesem Fall hatte ein Webmaster auf die Einnahmen aus Google AdSense gebaut und mit diesen Mitarbeiter eingestellt und expandiert. Der Webkatalog, um den es offensichtlich ging, fiel vor einigen Tagen in Googles Gunst und die Einnahmen gingen entsprechend zurück. Als Folge hat er bereits Mitarbeiter entlassen und scheint mit der Situation recht unzufrieden zu sein.Ich kann nachvollziehen, dass gerade Programme wie AdSense, wenn sie denn gut laufen, dazu verleiten, Chancen zu sehen und Konsequenzen, die sich aus dem Wegfall dieses Postens ergeben, zu verdrängen. Trotzdem hat man spätestens zu dem Zeitpunkt, zu dem man Mitarbeiter auf dieser Basis einstellt, Verantwortung übernommen und muss sich diesem bewusst sein. Zu schnell kann es passieren, dass der AdSense eCPM für einen Account drastisch sinkt oder Google das Konto aus diversen Gründen schließt, als dass man auf dieser Basis längerfristig planen kann. Ähnlich sieht es mit Webseitenkonzepten aus: wenn man sich allein die grundlegenden Veränderungen in der Behandlung von Linkkäufern und –verkäufern in den letzten 12 Monaten ansieht, so wird deutlich, wie schnell Google kompletten Geschäftszweigen das Wasser abgraben kann.
Google PageRank Update 04/2008
Google scheint wieder einmal die PageRank-Anzeige der Google-Toolbar zu aktualisieren. Auf dem Datencenter 72.14.255.99 sehe ich einige definitiv neue PageRank-Werte. Wer auch mal gucken will, kann dazu unsere PageRank-Abfrage nutzen. Google scheint damit die Abstände zwischen den Updates wieder zu reduzieren, dieses Jahr ist dies bereits das dritte Update. Der Stichtag scheint der 20.04. zu sein, es sind also recht aktuelle Daten. Zuerst entdeckt hat es dieses mal der Julian von Seokratie.[Update 30.04.] Das Update scheint mittlerweile auf die meisten Datencenter verteilt zu sein und ist damit auch in der Google-Toolbar zu sehen.
Steuerung der Suchmaschinenindexierung
Derzeit erzähle ich auf der SEMSEO in Hannover etwas dazu, welche Seiten man überhaupt für Suchmaschinen erreichbar machen sollte, welche Gründe es dafür gibt und wie man sowas technisch umsetzt. Sowohl zum Nachlesen für die Anwesenden, als auch zur Information für die, die es leider nicht nach Hannover schaffen konnten, hierDie Frage, welche Seiten man in den Suchmaschinenindex lassen sollte und für welche man dies besser verbietet, ist leider schwer pauschal zu beantworten. Zu speziell und unterschiedlich sind Webseiten, als dass verallgemeinernde Tipps hier sonderlich hilfreich sind. Gedanken sollte man sich auf jeden Fall über Meta-Seiten, wie das Impressum, die Datenschutzerklärung sowie die AGB machen. Auch Seitentypen, die internen oder externen Duplicate Content produzieren, sollten lieber draußen bleiben. Suchergebnisse (das Thema Serps-in-Serps hatten wir hier ja erst vor kurzem) sind ebenfalls ein heißer Kandidat. Hier wird jeder seine eigenen Webprojekte kritisch beleuchten müssen, um eine sinnvolle Auswahl zu finden.
Für die technische Umsetzung gibt es nun drei grundlegende Möglichkeiten. Der Weg über die „robots.txt“ dürfte allen, die sich schon mal mit dem Thema Suchmaschinen beschäftigt haben, bekannt sein. Es ist eine simple Textdabei, die im Rootverzeichnis des Webauftrittes liegt und in einfacher Form Verbote für Suchmaschinencrawler enthält. Der Vorteil hierbei ist, dass die Umsetzung einfach und schnell geht und man die ganze Verwaltung zentral in dieser einen Datei vornehmen kann. Leider ist sie aber auch recht unflexibel, was die Möglichkeiten der Verbote angeht und ab und an vergessen Suchmaschinen auch schon mal, sich an die Vorgaben zu halten. Gut funktioniert der Weg über die robots.txt, wenn man beispielsweise komplette Verzeichnisse sperren will.
Die zweite Umsetzungsmöglichkeit besteht über den Robots-Metatag im HTML-Header der Seite. Nahezu alle Suchmaschinenbetreiber haben sich hier auf die Umsetzung dieser Möglichkeit verständigt. Das schöne an dieser Lösung ist, dass man – nicht wie bei der robots.txt – Seiten nur binär (rein/raus) bearbeiten kann, sondern durch Angaben wie „noindex, follow“ die Seite zwar aus dem Suchindex draußen halten kann, sie aber weiterhin zur Stärkung der internen Verlinkung nutzt. Nachteilig ist, dass die Umsetzung, je nach zugrundeliegendem System, relativ komplex werden kann. Eine Abwandlung dieser Möglichkeit besteht seit einigen Monaten darin, dass man die Angaben aus dem Robots-Metatag auch im HTTP-Header einer Seite übergeben kann. Dies ist insbesondere für Dateitypen, die keinen HTML-Header haben, geeignet: PDFs, Downloads, etc.
[Update] Ich bin jetzt endlich dazu gekommen, die Folien online zu stellen. Um weiterzukommen, auf den rechten Teil des Bildes klicken: Folie #1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14
Mythos .Edu-Domains
Die Jagd nach Links zeigt teilweise schon absonderliche Auswüchse: neben der Produktion von Textmüll für kurzfristig heilsbringende Artikelverzeichnisse, stehen auch sogenannte „Edu-Links“ hoch im Kurs der Jäger. Die recht kurze Theorie dahinter ist, dass Links von Uni-Seiten bei Google überdurchschnittlich viel Vertrauen genießen, weil … das eben so ist. Dies führt dazu, dass Studenten an US-Universitäten sich mittlerweile genau mit der Thematik der Kreditvergabe in Deutschland beschäftigen, in Universitätsforen, gerne über Suchmaschinenoptimierung und Poker debatiert und jeder noch so kurzlebige XSS-Exploit ausgenutzt wird.Leider liegt diesem ganzen Engagement eine falsche Annahme zugrunde: es ist nicht die Edu-Topleveldomain, die bei Universitäten dafür sorgt, dass Google ihren Empfehlungen überdurchschnittlich viel Bedeutung beimisst, sondern es liegt an der Backlink-Struktur der Domains selber. Universitäten haben nun den Vorteil, dass sie einerseits in vielen Fällen extrem früh online vertreten waren (stanford.edu wurde beispielsweise 1985 registriert) und andererseits viel Content anbieten, der freiwillig verlinkt wurde und wird. Eine Menge Zeit, um (unbewusst) eine, aus Google-Sicht „tolle“ Backlink-Struktur aufzubauen.
Wenn jetzt „pi.edu“ für 50 Dollar pro Monat Subdomains verkauft (mittlerweile übrigens komplett aus dem Index), Stanford, immerhin Wiege von Google, massiv und offensichtlich Links verkauft und jedes Forum oder Blog, das auf einer Edu-Domain liegt von Kommentar-Wieseln heimgesucht wird, so bin ich mir sicher, dass dies den Verlinkten eher schadet, als hilft. Wie Marcus immer so schön sagt: „Niemand hat jemals gesagt, dass Linkbuilding einfach ist“ – sich an der Topleveldomain zu orientieren und hier auf Links, die in 14. Linkebene vermeintlich starker Edu-Domains liegen zu setzen, ist ganz sicher der falsche Weg.
Yahoo mit neuer Crawlerversion
Im Zuge der Umstellung weiter Teile der Suchinfrastruktur, hat sich Yahoo endlich auch seines Crawlers angenommen. Die weltweit größte Hadoop-Installation, die Yahoo als Grundlage der Websuche betreibt (10k CPUs, 5 PetaByte Festplattenplatz) wird jetzt von „Slurp/3.0“ befüllt. Der Crawler ist bereits aktiv und ich konnte ihn schon in Webserverlogs in freier Wildbahn beobachten:llf320021.crawl.yahoo.net - - [15/Apr/2008:03:16:05 +0200] "GET /news/ HTTP/1.0" 200 34962 "-" "Mozilla/5.0 (compatible; Yahoo! Slurp/3.0; http://help.yahoo.com/help/us/ysearch/slurp)"Yahoo scheint einige der Kritikpunkte an dem Crawlverhalten des „alten“ Slurps behoben zu haben. So erscheint mir das Vorgehen der neuen Version deutlich geplanter und bandbreitenschonender. Auch gehören Eigenheiten, wie das Weglassen des „Trailing-Slashes“ bei Verzeichnissen nun hoffentlich der Vergangenheit an. Der neuen Crawler arbeitet von neuen IP-Adressen, wer also Cloaking auf IP-Basis betreibt, sollte ich spätestens jetzt überlegen, zur Erkennung von Suchmaschinencrawlern auf die „DNS-ReverseDNS-Methode“ zu wechseln.
Index-Monster
Die Zahl der durch Google indexierten Seiten ist gerade bei Projekten, die hauptsächlich im Long-Tail-Bereich arbeiten enorm wichtig. Je mehr Seiten, also Content durchsuchbar ist, desto größer die Chance, zu einer Vielzahl unterschiedlicher Suchanfragen gefunden zu werden. Während es früher so war, dass Google jede Seite, die der Crawler finden konnte, in den Index aufgenommen hat, wird mittlerweile ein recht effektiver Algorithmus genutzt, der die maximale Anzahl indexierbarer Seiten an einer Reihe unterschiedlicher Signale bemisst. Ich habe mal geguckt, welche Seiten mir so einfallen, die extrem viele Seiten im Index haben und habe diese Tabelle erstellt:| # | Domain | Seiten |
|---|---|---|
| 1 | yahoo.com | 339.000.000 |
| 2 | yahoo.co.jp | 171.000.000 |
| 3 | myspace.com | 136.000.000 |
| 4 | blogspot.com | 120.000.000 |
| 5 | ebay.com | 111.000.000 |
| 6 | youtube.com | 105.000.000 |
| 7 | msn.com | 86.200.000 |
| 8 | wikipatents.com (stark schwankend?) | 67.000.000 |
| 9 | amazon.com | 53.300.000 |
| 10 | amazon.de | 52.600.000 |
| 11 | ebay.de | 51.700.000 |
| 12 | flickr.com | 50.200.000 |
| 13 | alibaba.com | 49.200.000 |
| 14 | wordpress.com | 46.600.000 |
| 15 | live.com | 45.700.000 |
| 16 | aol.com | 45.100.000 |
| 17 | livejournal.com | 44.600.000 |
| 18 | rootsweb.com | 41.900.000 |
| 19 | meetup.com | 41.600.000 |
| 20 | amazon.ca | 41.400.000 |
| 43 | google.com | 25.600.000 |
| 46 | chefkoch.de | 23.300.000 |
| 81 | meinestadt.de | 13.000.000 |
| 99 | yatego.com | 10.900.000 |
| 114 | cylex.de | 9.740.000 |
Neben den ersten 20 gibt es noch 5 weitere, aus deutscher Sicht ganz interessante Einträge. Die Daten basieren auf der „site:domain.tld“-Abfrage und sind von gerade eben. Wer weitere Domains, die in diese Listen passen kennt, kann sie gerne in den Kommentaren posten.
Google wertet nur den ersten Linktext
Beim Lesen der Überschrift gerade ein Déjà-vu gehabt? Richtig, Rand hatte vor einiger Zeit gebloggt, dass, wenn mehr als nur ein Link von einer Seite auf eine andere Seite zeigen, Google lediglich den ersten Linktext auswertet. Überraschenderweise hat dies in der deutschen SEO-Szene für recht wenig Echo gesorgt, nur Jens hat dazu was geschrieben.Da Rand leider kein Beispiel zeigen konnte/wollte, habe ich dafür selber einen kleinen Test aufgesetzt. Unten rechts hier im Blog war eine Zielseite mit zwei unterschiedlichen Linktexten verlinkt, die so noch nicht im Googleindex waren („adbd2a4b0c19f376972e8c“ und „b6651c89c88407b6e66eeb“). Jetzt ein paar Wochen gewartet, bis Google aktualisierte Backlinkdaten eingespielt hat und siehe da, es scheint zu stimmen. Bei der Suche nach dem ersten Linktext werden sowohl die verlinkende als auch die verlinkte Seite gefunden:

Bei der Suche nach dem zweiten Linktext allerdings nur die Verlinkende, also die Startseite dieses Blogs:

Wenn man sich die Google-Cacheversion der Zielseite bei der ersten Suche ansieht, so passt auch die Aussage „Diese Begriffe erscheinen nur in Links, die auf diese Seite verweisen: adbd2a4b0c19f376972e8c“ ins Bild.
Gerade für die Ausarbeitung und Steuerung der internen Verlinkung von umfangreicheren Webseiten dürfte diese Erkenntnis Folgen haben. Häufig sind hier Navigationsseiten mehr als einmal verlinkt und ebenso häufig ist der erste Linktext nicht unbedingt der Aussagekräftigere.
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